
Das Nescaticum liegt im Südosten Istriens, in der Nähe der Budava-Bucht beim Ort Vižače, rund 10 Kilometer östlich von Pula.
Es ist die einstige Metropole Istriens , sozusagen der Vorläufer Pulas.
Etwas Geschichte:
Die illyrischen Histrer begannen ca.1400 - 1200 v.Chr. das Karstplateau, also die Kalk-Hochebene Istriens , zu besiedeln.( Bronzezeit)
500 v.Chr. gründen Griechen nicht weit entfernt einen Stützpunkt - Ursprung des heutigen Pula!
Anfang des 2. Jahrhundert v. Chr. war Nesactium der Zentralort der Istrier.
177 v.Chr. bricht nun doch ein Krieg zwischen Römern und Histrern aus.
Unter dem Konsul Gaius Fabius Buteon wird Nesactium im Jahr 177 v Chr angegriffen.
Unter Führung des Königs Epulo verteidigten die Histrern ihre Stadt erfolglos gegen die Römer. Die Römer zerstörten die Stadt, sie wurde aber bald darauf wieder neu besiedelt. Zuvor versteckte angeblich der Histrer - König Epulon einen Schatz , dieser wurde tatsächlich 1981 in der Nekropole von Nesactium gefunden und ist im Archäologischen Museum von Pula zu besichtigen.
Das neue Nesactium wurde als unbefestigte römische Stadt angelegt.
Es gab ein Forum, drei Tempel und Thermen.
Die Stadt hatte den Status eines Municipiums.

Im 4. Jahrhundert n. Chr. verlor des Römischen Reiches seine Macht.
Das Nesactium wurde wieder befestigt.
Etwa zur gleichen Zeit verbreitete sich das Christentum.
Es gab in der Stadt wohl sehr früh eine christliche Gemeinde.
Man vermutet, dass Nesactium Sitz eines Bischofs war, aufgrund des Fundes von zwei Basiliken, vermutlich aus dem 4. oder 5. Jahrhundert.


Als die Slawen im 7. Jahrhundert nach Istrien einfielen, wurde Nesactium zerstört und entgültig aufgegeben.
1877 stieß Pietro Kandler auf die Ruinen von Nesactium.
Er wusste allerdings nicht, dass es sich hier um die histrische Hauptstadt handelte.
In den Jahren 1900 und 1901 begannen die ersten Ausgrabungen ,
hierbei wurde eine Inschrift zu Ehren des Kaisers Gordianus geborgen.
In ihr wird auch Nesactium erwähnt.
Somit gab es nun keinen Zweifel mehr, man hatte die histrische Metropole entdeckt.
Aus der vorrömischen Zeit sind die Überreste eines Tores und der Befestigung sowie eine Nekropole mit über 250 Gräbern erhalten. Die Beigaben, Keramik und unterschiedliche Metallgegenstände, weisen darauf hin, dass Nesactium weitreichende Handelsbeziehungen nach Griechenland, zu den Etruskern und auch in den Alpenraum hatte.



Die meisten Funde der Ausgrabungen werden im archäologischen Museum von Pula aufbewahrt.
Die Ausgrabungsstätte ist heute als archäologischer Park zu besichtigen.
In einem kleinen Häuschen auf dem Gelände kann man sich anhand von Dokumentationen und Lageplänen über die Ausgrabungen informieren.
Quellen:
* Wikipedia
*Buch: “Istrien, Eine archäologische Endeckungsreise” von Hans-Dieter u. Elke Kaspar


