Kroatien: Die Stadt Vukovar
Verfasst von Tina am April 13, 2008
Vukovar, eine Stadt auf 108m ü. M. an der Mündung des Flusses Vuka in die Donau.
Der Name kommt wahrscheinlich vom kleinen Flüsschen Vuka, welcher bei Vukovar in die Donau mündet.
Während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges 1991-1995 war die Region um Vukovar die am meisten umkämpfte Region.
Vukovar wurde fast vollständig zerstört bei der serbischen Belagerung und der „Schlacht um Vukovar“.
Einwohner:
Im Jahr 2001 waren es rund 30000 Einwohner.
Etwar ein Drittel davon sind Serben, knapp über die Hälfte sind Kroaten, ferner gibt es noch weitere Minderheiten.
Geschichte:
Die Geschichte der Stadt ähnelt der des nahen Osijek.
Im 10. Jhd. wurde beim heutigen Vukovar eine Festung namens Vukovo gegründet.
Der heutige Stadtname kam jedoch erst im 14. Jhd. auf. Vukovar kam unter türkische Kontrolle.
1687 kam die Region unter die Kontrolle der Habsburger, es siedelten sich nun hauptsächlich Serben und Kroaten in dieser Region an.
Nach 1918 war Vukovar und die Umgebung Teil Jugoslawiens.
Vukovar wurde vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem wichtigen Industriezentrum.
Nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens entluden sich enorme Spannungen zwischen Serben und Kroaten in und um Vukovar.
Während der serbischen Angriffe auf Kroatien vom 1.8. 1991– bis 19. 11. 1991 wurde die Stadt
fast drei Monate lang von der JNA (Jugoslawische Volksarmee) belagert bzw. beschossen.
Es wurden Massengräber entdeckt (Oveara).
Schließlich gelang es der JNA, die Stadt einzunehmen. Dem Kriegsverbrechertribunal zufolge wurden etliche Einwohner anschließend ermordet.
Vukovar blieb daraufhin, wie auch das Umland, unter serbischer Kontrolle.
1995 wurde es unter UNO-Verwaltung gestellt.
Seit 1995 läuft unter der Schirmherrschaft der UNESCO das Projekt der Restaurierung des Kulturerbes von Vukovar.
Nach der Wiederherstellung der kroatischen Staatsgewalt in Vukovar (15. 1. 1998 – durch friedliche Reintegration) verabschiedete die kroatische Regierung ein Programm für Wiederaufbau und Entwicklung der Stadt Vukovar.
Sehenswürdigkeiten:
Die Stadt verläuft entlang der Donau und wird durch den Fuß Vuka in zwei Teile untergliedert.
Man unterscheidet zwischen Alt-Vukovar und Neu-Vukovar.
Das alte und das neue Vukovar wurden durch eine spätbarocke Bogenbrücke über den Fluß Vuka
(Jozefus Ruhigger,1787; abgerissen 1932) verbunden.
Neu-Vukovar:
Im Norden der Stadt befinden sich mitunter das Industriegebiet, zu dem ein Landschaftspark mit exotischen Pflanzen gehörte (nach 1945 zerstört).
Das Industriegebiet wurde allerdings durch den Krieg fast vollständig zerstört.
Auf dieser Seite der Vuka befindet, bzw. befand sich auch das Schloss derer von Eltz.
Der Graf von Eltz errichtete hier, anfang des 18. Jhd, ein prächtiges, zweigeschossiges Schloss, nahe des Zusammenflusses von Vuka und Donau.
Erweitert wurde das Schloss 1781, 1811 und 1824.
Das Schloss wurde während des Krieges 1991 allerdings komplett zerstört.
Es blieben nur noch zerlöcherte Außenwände stehen.
Überquert man die Brücke, kommt man schließlich in das eigentliche, kleinstadttypische Zentrum.
Hier sind große Teile der Stadt zerstört worden.
Der Wiederaufbau wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Alt-Vukovar:
In Alt-Vukovar befinden sich, oberhalb der Straße nach Ilok auf dem Hügel über der Donau, das zweistöckige Franziskanerkloster aus dem Jahr 1688 mit der Pfarrkirche der Hl. Phillip und Jakob.
Die Franziskanerkirche St. Philip und Jakob war ursprünglich einschiffig (Bauzeit 1723–33), sie wurde durch Seitenkapellen, einen neuen Altarraum und eine Sakristei erweitert.
Das Kloster besaß ein reiches Kunstinventar.
Das Franziskanerkloster wurde im Jahr 2000 wieder hergerichtet.
Mitten in dieser Anlage befindet sich der von Arkaden umgebene Kreuzgang (1723–36).
Die orthodoxe Pfarrkirche St. Nikolaus (1733–37; Umbau 1755 und 1763) welche wohl 30 Ikonen birgt.
Ein charakteristisches Motiv des alten Vukovar sind die bürgerlichen Häuser mit den massiven Bogengängen und Läden im Erdgeschoss (um 1750–90 entstanden).
Den dreieckigen Barockplatz säumten ursprünglich 13 Bürgerhäuser mit Arkaden.
Auf dem oberen, etwas größeren Platz steht das älteste Haus der Stadt, ein barockes einstöckiges Gebäude mit einem herzförmigen Giebel (das Haus Poia-Airia, vor 1750).
Vukovar hatte auch archäologischen Fundstätten, die von der Urzeit bis zum Mittelalter reichten.
Leider wurden diese, wie auch:
- das Schloß Eltz
- das Palais der Gespanschaft Sirmien
- das Arbeiterheim
- die Kirche St. Philipp und Jakob mit dem Franziskanerkloster
- die Rochuskirche
- die Nikolauskirche
- die Kapelle mit Krypta der Familie Paunovia
- das alte Gemeindehaus
zerstört.
Klick mich: Bilder zu Vukovar
Quellen:
*Internetrecherche
*Handbuch für Ausläder in Kroatien
