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Joachim Ringelnatz: Fußball (nebst Abart und Ausartung)

Verfasst von Tina am Juni 10, 2008

Fußball (nebst Abart und Ausartung)

Der Fußballwahn ist eine Krank-
Heit, aber selten, Gott sei Dank.
Ich kenne wen, der litt akut
An Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
In Kugelform und ähnlich fand,
So trat er zu und stieß mit Kraft
Ihn in die bunte Nachbarschaft.
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
Ein Käse, Globus oder Igel,
Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
Ein Kegelball, ein Kissen war,
Und wem der Gegenstand gehörte,
Das war etwas, was ihn nicht störte.
Bald trieb er eine Schweineblase,
Bald steife Hüte durch die Straße.
Dann wieder mit geübtem Schwung
Stieß er den Fuß in Pferdedung.
Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
Die Lampenkuppel brach sofort.
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
Der Tante Berta an die Brust.
Kein Abwehrmittel wollte nützen,
Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
Noch Puffer außen angebracht.
Er siegte immer, 0 zu 8.
Und übte weiter frisch, fromm, frei
Mit Totenkopf und Straußenei.
Erschreckt durch seine wilden Stöße,
Gab man ihm nie Kartoffelklöße.
Selbst vor dem Podex und den Brüsten
Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
Was er jedoch als Mann von Stand
Aus Höflichkeit meist überwand.
Dagegen gab ein Schwartenmagen
Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
Was beim Gemüsemarkt geschah,
Kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
Durch Publikum wie wilde Bienen.
Da sah man Blutorangen, Zwetschen
An blassen Wangen sich zerquetschen.
Das Eigelb überzog die Leiber,
Ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
Kartoffeln spritzten und Zitronen.
Man duckte sich vor den Melonen.
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
Dann donnerten die Kokosnüsse.
Genug! Als alles dies getan,
Griff unser Held zum Größenwahn.
Schon schäkernd mit der U-Bootsmine
Besann er sich auf die Lawine.
Doch als pompöser Fußballstößer
Fand er die Erde noch viel größer.
Er rang mit mancherlei Problemen.
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
Dann schiffte er von dem Balkon
Sich ein in einem Luftballon.
Und blieb von da an in der Luft.
Verschollen. Hat sich selbst verpufft. –
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

- Joachim Ringelnatz , 1883 - 1934,
Aus: Turngedichte -

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Der Regisseur, Produzent, Schauspieler, Komiker und Komponist: Charlie Chaplin

Verfasst von Tina am April 16, 2008

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst,
ist ein verlorener Tag.

- Charlie Chaplin -

Charlie Chaplin wurde am 16.04.1889 als Kind eines Schauspielerpaars in London geboren.
(119 Jahre wäre er heute geworden ;-) )
Er wuchs, aufgrund des frühen Todes seines Vaters und der psychischen Erkrankung seiner Mutter zum Teil in Heimen auf.
Charlie Chaplin war ein englischer Regisseur, Produzent, Schauspieler, Komiker und Komponist.

Chaplin begann seine Karriere mit fünf Jahren am Theater in England, hier spielte er einen Gassenjungen.
Seine erste Hauptrolle bekam er 1901.

1913 war der Beginn seiner Filmkarriere, in diesem Jahr wurde er bei seiner zweiten USA-Tournee von der Keystone-Filmgesellschaft entdeckt.

1917 ( Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg) begann eine politische Kampagne gegen Chaplin , weil er sich nicht freiwillig als Soldat gemeldet hatte.

1918 heiratete der 28-jährige Chaplin die 16-jährige Schauspielerin Mildred Harris. Die Ehe hielt bis ins Jahr 1920.

1919 gründete Chaplin zusammen mit anderen Schauspielern die Firma “United Artists”, die den Beteiligten nicht nur unabhängige Filmproduktionen, sondern auch den Filmverleih ermöglicht.

Sein erster selbstproduzierte Film “The Kid “war zugleich auch sein erster Langfilm: am 6.02.1921 wurde dieser uraufgeführt, ein Stummfilm von 51 Minuten mit teilweise autobiografischen Zügen.

1921 startete Chaplin eine Europareise und schrieb ein Buch mit dem Titel “My Trip Abroad”

1924 heiratete Lita Grey, aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor. Die Ehe hielt bis 1927. Die Scheidung wurde zum öffentlichen Skandal.

1936 erschien der Film “Moderne Zeiten”. Der Film geriet in den USA unter heftigen Beschuss, er wurde als systemfeindlich und antikapitalistisch verurteilt.

1936 heiratete Chaplin heimlich die Schauspielerin Paulette Goddard. Bis 1942 hielt diese Ehe.

1940 war die Premiere von Chaplins erstem Tonfilm “The Great Dictator”. Diesen Anti-Hitler-Film wollte die US-amerikanische Zensurbehörde zuerst nicht genehmigen.

Im Juni 1943 heiratete Chaplin Oona O’Neill, aus dieser Ehe gehen 8 Kinder hervor.

1947 muß Chaplin wiederholt vor dem “Untersuchungsausschuß für unamerikanische Umtriebe” aussagen. Man versuchte ihm die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen.

Ebenfalls 1947 veröffentlicht er in einer englischen Wochenzeitung den Artikel “Ich erkläre Hollywood den Krieg!”.

Im September 1952 verließ Chaplin die Vereinigten Staaten für einen Kurzbesuch in England. Als Hoover davon erfuhr, verhinderte er durch ein Verfahren (wegen subversiver Tätigkeiten) Chaplins Rückkehr in die Vereinigten Staaten.

Chaplin beschließ in Europa zu bleiben und läßt sich mit seiner Familie im Dezember 1952 in die Schweiz Genfersee nieder.

1957 verarbeitete Chaplin seine bitteren Erfahrungen mit den USA in der Satire “Ein König in New York”.

1967 drehte Chaplin den Film “Die Gräfin von Hongkong “.

1972 erhielt er den amerikanischen Filmpreis “Oscar” für sein Lebenswerk und wurde in den USA rehabilitiert.

1975 wurde Chaplin geadelt.

Am 25. Dezember 1977 verstarb Chaplin im Alter von 88 Jahren.

Zwei Monate nach Chaplins Tod wurde seine Leiche vom Friedhof gestohlen. Die Täter wollten von den Hinterbliebenen Geld erpressen. Die Täter wurden gefasst und Chaplins sterbliche Überreste wurden erneut beerdigt.

Linktipps:

* Wikipedia

*Biographie

*Bilder

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